News

Neuheiten rund um unsere Ausstellung

Im Gespräch mit:

Loredana Gsponer-Bertolotti

«Hallo liebe hörende Mitmenschen.

Um was geht es: Dieser Flyer gehört zur Ausstellung «unerHÖRT erleben». Wir möchten die hörenden Menschen bitten, uns zu besuchen. Es geht um gehörlose und schwerhörige Menschen, die im Alltag in der Kommunikation immer wieder anstehen. Damit möglichst viele hörende Menschen sich bewusst werden, was das für uns bedeutet. Bitte kommt – wir, die gehörlosen und schwerhörigen Mitmenschen, heissen euch herzlich willkommen!»

 

Iris Glockengiesser

Die Interessen und Bedürfnisse von schwerhörigen und gehörlosen Menschen gehen leider häufig vergessen, weil ihre Behinderung unsichtbar ist. Unsichtbarkeit erzeugt Unwissen. Die Ausstellung ist spannend, weil sie hier aufklären kann. Im Austausch mit Betroffenen können Besucherinnen und Besucher erfahren, was Hörbehinderung im Alltag bedeutet. Wir von der DISG setzen uns für die Bedürfnisse hörbehinderter Menschen ein. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Menschen mit Behinderungen selbst aktiv werden und sich für ihre Rechte und Interessen engagieren.

Michael Ledergerber

Inklusion ist kein Fremdwort mehr und die breite Gesellschaft immer mehr sensibilisiert. In Theorie und Gedanken ist damit schon viel da. Die Inklusion orientiert sich jedoch oftmals an den Defiziten, anstatt Vielfalt als Ressource für die Gesellschaft anzuerkennen. So ist man darum bemüht, eine Kultureinrichtung hindernisfrei zu machen und meint, damit vieles abgedeckt zu haben. Hier braucht es einen Paradigmawechsel. Dann ginge der entscheidende Schritt von Theorie und Gedanken hin zur Umsetzung der Inklusion: Teilhabe und Teilnahme von Anfang an – ohne Wenn und Aber. 


Judith Rohrbach

Wir hatten gerade das Festival «Unfrisiert» im Kleintheater Luzern, wo die Inklusive Kultur im Zentrum stand. In der Vorbereitungszeit ist mir bewusst geworden, wie wenig ich teilweise über Schwierigkeiten von Menschen mit einer Beeinträchtigung Bescheid weiss. Es gibt zu wenige Schnittstellen im alltäglichen Leben, wo Menschen mit und ohne Beeinträchtigung in Kontakt kommen oder sie bleiben unbemerkt. So haben wir Annahmen getroffen, die aus unserer Sicht logisch erschienen und in Kontakt mit Betroffenen gemerkt, dass wir falsch lagen – so kann sich manchmal die Welt drehen.

Louise Felder

Das Thema «nicht gut Hören» im Kleinkind- und Schulalter ist in der Gesellschaft zu wenig bekannt. Die Menschen verbinden das Handicap meistens mit älteren Menschen – den Eltern und Grosseltern. Damit sind sich viele, insbesondere auch PädagogInnen, der Auswirkungen und Hürden in der Sprachentwicklung und in der Schulbildung bei Klein- und Schulkindern nicht bewusst.

Für die Ausstellung wünsche ich euch viele Besucherinnen und Besucher «mit offenen Ohren», die ein Verständnis entwickeln können für Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung im Allgemeinen und für die «kleinen Ohren» im Besonderen.

Sarah Wagner

Wenn ich Menschen erzähle, dass ich Yoga anbiete für Menschen mit einer Hörbehinderung, fragen sie, wieso das nötig sei. Es besteht das Missverständnis, dass Hörgeräte normales Hören ermöglichen. Die Ausstellung kann dieses Missverständnis aufklären und die Menschen für die Einschränkungen, die trotz oder gerade wegen Hörgeräten bestehen, sensibilisieren. Dieses Verständnis gelingt nur, so glaube ich, wenn die Menschen dieses «Hören» selbst erleben können.

Ich wünsche euch viel Mut und eine grosse Resonanz, die zu mehr Gehör für Höreinschränkungen aber auch für sämtliche Arten von Beeinträchtigungen führt.


Best Practice-Beispiel

Die Dienststelle Soziales und Gesellschaft (DISG) des Kantons Luzern wählt unsere Ausstellung unerHÖRT erleben als Best Practice-Beispiel.

Leben mit Behinderungen - Leitbild Kanton Luzern

Die Vielfalt der Menschen als Stärke! Dazu bekennt sich der Kanton Luzern und seine Bevölkerung mit dem neuen Leitbild «Leben mit Behinderungen». Das Leitbild zeigt auf, wie das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen gefördert und zum Mehrwert werden kann. 
Wir freuen uns sehr über die Bestätigung! Weil

  • seit Beginn des Projektes über zwei Drittel der Projektbeteiligten Menschen mit einer Hörbehinderung sind.
  • wir die Teilnahme und Teilhabe in der Gesellschaft fördern - das DazugeHÖREN.
  • die Ausstellung erstmalig und damit schweizweit ein Pionierprojekt ist.

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